Kita-Gebühren: Paritätischer fordert bundesweit Beitragsfreiheit für Kinder aus armen Familien

Berlin (ots) – Als weiteren Beleg für die extreme Ungerechtigkeit der aktuellen Familienpolitik zu Lasten einkommensschwacher Familien wertet der Paritätische Wohlfahrtsverband die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, nach der einkommensarme Familien bei Kita-Beiträgen überproportional stark belastet werden. Der Verband fordert die bundesweite Beitragsfreiheit für alle einkommensschwachen Familien, insbesondere solche, die unterhalb der Armutsgrenze lebten. Darüber hinaus müsse die Bundesregierung bei der Kindertagesbetreuung eine klare Priorität auf Qualitätsverbesserungen und Ausbau der Platzangebote legen, von der letztlich alle Kinder profitierten.

Der Verband kritisiert, dass das Thema Kinderarmut im Koalitionsvertrag nicht entschlossen genug angegangen wird. Die von der Großen Koalition angekündigten Verbesserungen beispielsweise bei Kinderzuschlag und Kindergeld würden weder die Armut von Familien wirksam bekämpfen, noch die Kluft zwischen armen und reichen Familien spürbar verringern. Zu befürchten sei, dass insbesondere die angekündigte Einführung der Kita-Gebührenfreiheit für alle letztlich zu Lasten der Qualität der Kindertagesbetreuung und anderer drängender Aufgaben gehe.

„Es ist familien- und armutspolitisch nicht vermittelbar, dass nach wie vor Kinder von Spitzenverdienern vom Staat insgesamt deutlich höher gefördert werden als Kinder von Normalverdienern und insbesondere die ärmsten Familien bei vielen Maßnahmen sogar ganz leer ausgehen“, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. „Wir brauchen keine Familienpolitik mit der Gießkanne, sondern passgenaue Unterstützung und wirksame Hilfen für diejenigen, die darauf angewiesen sind.“

Der Paritätische fordert grundsätzliche Beitragsfreiheit in Kitas für alle einkommensschwachen Familien unterhalb der Armutsgrenze, insbesondere Hartz-IV- und Wohngeld-Bezieher. Darüber hinaus sei eine Reform der Kita-Finanzierung notwendig, um regionale Ungleichheiten zu beenden und in allen Regionen die Realisierung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für jedes Kind und eine gute Qualität der Angebote sicherzustellen. Schließlich müsste der gesamte Familienlastenausgleich „vom Kopf auf die Füße“ gestellt werden, um die bestehenden Ungleichbehandlungen bei den familienpolitischen Transferleistungen abzuschaffen.

Quellenangaben

Textquelle:Paritätischer Wohlfahrtsverband, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/53407/3954571
Newsroom:Paritätischer Wohlfahrtsverband
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