Im Dialog: Thea Dorn im Gespräch mit Alfred Schier – Freitag, 01. Juni 2018, 18.00 Uhr

Bonn (ots) – „Inzwischen traue ich mich Ja zu sagen“, so die Schriftstellerin Thea Dorn auf die Frage, ob sie Deutschland liebe. „Das ging mir bis vor zehn Jahren anders. Da war das allererste, was mir einfiel, wenn ich das Wort „deutsch“ hörte oder das Wort „Deutschland“, dass ich mich schäme. Dass es mir unangenehm ist, deutsch zu sein, dass ich lieber nicht deutsch wäre.“

„Im Dialog“ spricht Alfred Schier mit der Philosophin Thea Dorn darüber, warum die Themen Heimat und Patriotismus aktuell so lebhaft debattiert werden.

„Ich bin überzeugt, dass wir in einem riesigen Epochenwandel leben, ähnlich dramatisch wie der Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit“, so Dorn. Der Heimatbegriff in Deutschland habe immer dann Konjunktur, wenn starke technologische, gesellschaftliche Umwälzungen vorherrschten. „Deshalb ist es überhaupt kein Wunder, dass dieser Begriff wieder hochkommt. Denn was erzählen all diese Begriffe wie Heimat oder kulturelle Identität? Sie sind ein Einspruch dagegen, dass der Mensch beliebig technologisch aufrüstbar, beliebig manipulierbar, beliebig verpflanzbar ist.“

Dorn vertritt die Meinung, dass man die Begriffe Heimat oder kulturelle Identität, Nation oder deutsche Kultur nicht den neuen Rechten überlassen sollte und plädiert für einen aufgeklärten Patriotismus.

„Liebe heißt ja nicht, dass ich blind alles verteidigen muss, was dieses Land tut. (…) Sobald die Deutschen aufhören, sich zu schämen, für das, was dieses Land in den früheren Generationen getan hat, ist das nicht mehr mein Deutschland. Das ist ein Punkt, über den ich nicht hinweg kann und wo auch keiner drüber hinweg soll. Und deshalb sind mir diese Hurra-patriotischen Aufwallungen, die wir seit einer Weile in unserem Land beobachten, zutiefst suspekt.“

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