Amokfahrer von Münster konnte seinen beruflichen Niedergang nicht verkraften

Köln (ots) – Köln/Münster. Der Todesfahrer von Münster hat sich mit einer achtschüssigen Handfeuerwaffe in den Mund geschossen. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger (Montag-Ausgabe) aus Sicherheitskreisen erfuhr, soll der 48-jährige Jens R. seinen beruflichen Niedergang als Industriedesigner nicht verkraftet haben. Dies legt zumindest eine fünfseitige Abschiedsmail nahe, die der Amokläufer Ende März an Angehörige und Bekannte verschickte. In dem Traktat machte er vor allem Ärzten Vorwürfe, dass sie ihn falsch behandelt hätten. Als gefeierter Absolvent der Fachhochschule Münster hatte der Freiberufler eine Lampe entwickelt, die er zum Patent angemeldet hatte. Seine Kreation wurde zeitweilig zum Kassenschlager. R. verdiente viel Geld, legte sich fünf Autos zu, mietete in Münster eine Lagerhalle nebst zwei weiteren Wohnungen im sächsischen Pirna und in Heidenau an. Dann aber blieb der Erfolg aus, sein Geschäft lief nicht mehr so, wie es sollte. Mit dem Designer ging es bergab. Jens R. wurde unzufrieden, gab anderen die Schuld für seinen Absturz. Sein Gemüt verfinsterte sich. Mit seinen Eltern im sauerländischen Brilon geriet er immer häufiger aneinander. Seinem Vater gab er die Schuld für seine persönlichen Probleme, weil der ihn angeblich falsch erzogen habe. Auch mit Freunden überwarf er sich, eckte an mit teils rechten Sprüchen.Irgendwann saß er zwischen allen Stühlen, fühlte sich verraten, fiel auf durch psychische Störungen. Ende März bat Jens R. beim Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Münster um Hilfe. Es ist die Zeit, in der er auch besagte Abschiedsmail versendete. Darin beschwerte er sich auch, dass man ihn als Rechtsradikalen beschimpfe. In jener Phase trug er sich zunehmend mit Selbstmordabsichten. Elf Tage später machte der Freischaffende seine Ankündigung wahr und startete seine Todesfahrt.

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