Konstantin von Notz fordert nach Störung des Internets schnelle Aufklärung – „Flächendeckender …

Heilbronn (ots) – Der Grünen-Netzexperte und Fraktionsvize Konstantin von Notz sieht nach der schweren Störung des Internets in Deutschlands die Bundesregierung in der Pflicht zum Handeln. Von Notz sagte der „Heilbronner Stimme“ (Mittwoch): „Unsere digitalen Infrastrukturen sind heute, das haben uns zahlreiche erfolgreiche IT-Angriffe in den letzten Monaten immer wieder vor Augen gehalten, insgesamt nicht gut geschützt. Das liegt auch an einer Bundesregierung, die die Bedeutung sicherer digitaler Infrastrukturen und eines effektiven Schutzes Privater Kommunikation bis heute nicht erkannt hat. Die Bundesregierung ist durch ihr Festhalten an dem staatlichen Handel mit Sicherheitslücken, die, werden sie nicht geschlossen, immer auch Kriminellen offenstehen, heute selbst eine Gefahr für die IT-Sicherheit in Deutschland. Hier brauchen wir eine echte Kehrtwende. Einen entsprechenden Antrag legen wir in der nächsten Sitzungswoche im Bundestag vor.“

Mehrere Stromausfälle in einem Frankfurter Rechenzentrum hatten in der Nacht zum Dienstag den wichtigen Netzknoten DE-CIX lahmgelegt und damit das Internet in Deutschland spürbar gedrosselt. Gegen 21 Uhr am Montagabend kam es zu einem ersten etwa zweistündigen Ausfall im Rechenzentrum des Dienstleisters Interxion. Manche Internetseiten waren zeitweise gar nicht aufrufbar.

Von Notz sagte dazu: „Für eine fundierte Bewertung des Vorfalls ist es sicher noch zu früh. Die Frage, wie es zu dem Ausfall kommen konnte, muss schnellstmöglich geklärt werden.“ Er fügte hinzu, das Ereignis „hat uns noch einmal schmerzlich vor Augen geführt, wie verletzlich unsere digitalen Infrastrukturen sind. Die Vulnerabilität der digitalen Gesellschaft ist insgesamt wahnsinnig hoch. Der Vorfall ist insofern auch ein Warnsignal, als dass heute mehr und mehr Geräte eine direkte Verbindung zum Internet haben. Wir sprechen hier vom „Internet der Dinge“. In unserer zunehmend vernetzten Gesellschaft hat die Nicht-Erreichbarkeit des Internets sehr viel gravierendere Auswirkungen als noch vor ein paar Jahren. Ein flächendeckender Stromausfall wäre verheerend.“

Der Grünen-Politiker betonte: „Deutlich wurde, dass es zwingend mehr Anstrengungen für die Härtung und Resilienz unserer digitalen Infrastrukturen braucht. Hier sind nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Bundesregierung in der Pflicht.“

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