Irrsinn Kommentar zu Atommüll-Zwischenlagern

Mainz (ots) – Mit dem Ausstieg aus der Atomkraft ist das Thema noch lange, lange nicht erledigt. Die teils absurden Folgen jahrzehntelanger Ausblendung der Realität werden vielmehr erst jetzt so richtig deutlich – wenn es nämlich um die Frage geht, was eigentlich mit dem hoch radioaktiven Müll passieren soll, der über all die Jahre produziert wurde. Verbuddeln, Verdrängen, Verschieben (räumlich und zeitlich), das waren lange die obersten Regeln für den Umgang mit dem strahlenden Müll. Deshalb sei an dieser Stelle folgende Prognose gewagt: Niemand, der heute in Deutschland lebt, wird es noch erleben, dass hierzulande ein großes Endlager gefunden und gebaut wird. Stattdessen deutet alles darauf hin, dass die bereits existierenden Zwischenlager im fließenden Übergang zu kleinen, dezentralen Quasi-Endlagern werden. Mit allen damit verbundenen Risiken. Die Kraftwerksbetreiber sind dabei fein raus. Die Gewinne jahrzehntelang privatisiert, die Verluste (in Form unkalkulierbarer Spätfolgen) sozialisiert – betriebswirtschaftlich haben sie alles richtig gemacht. Die Kosten trägt die Allgemeinheit. Geschätzte sechs Milliarden Euro etwa im Fall des maroden Lagers Asse, das einst auch als geeignet und sicher galt, aus dem nun aber irgendwann, irgendwie, 125_000 Fässer wieder herausgeholt werden sollen. Der reinste Irrsinn, aus dem es leider auf absehbare Zeit keinen Ausweg gibt. Es bleibt nur die Erkenntnis, dass der Atom-Ausstieg – bei allen Fehlern, die bei der Energiewende gemacht wurden und werden – die einzig richtige und notwendige Entscheidung war. Schon jetzt werden zu viele Generationen mit dem Erbe der Atomkraft belastet.

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