Ein notwendiger Abschied – Kommentar von Felix Müller zur Ablösung des Volksbühnen-Intendanten …

Berlin (ots) – Natürlich kann man die Berufung Dercons durch den damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und seinen Kulturstaatssekretär Tim Renner als den Urfehler benennen, ohne den der Stadt einiges erspart geblieben wäre. Noch heute lässt sich nicht genau sagen, was die Ablösung Frank Castorfs so zwingend erforderlich machte. Die Proteste gegen Chris Dercon ließen freilich auch die bedenkliche Weigerung weiter Teile des hauptstädtischen Kulturestablishments erkennen, sich einmal auf etwas Neues einzulassen – bedenklich deshalb, weil das Theater davon lebt, neue und ungewohnte Wege zu beschreiten. So blieb Chris Dercon ohne Unterstützung, er war ein Intendant ohne Hausmacht. In der vergifteten Atmosphäre am Rosa-Luxemburg-Platz war eine kreatives, offenes Klima schlichtweg nicht mehr zu stiften. Dafür gibt es mit der Ablösung nun eine Chance. Der Nachfolger wird gut daran tun, an die experimentellen Ensembletraditionen des deutschen Sprechtheaters anzuknüpfen, für die das Haus immer gestanden hat. Darin liegt die Kraft der Volksbühne, darin kann sie auch in Zukunft liegen.

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