Nach Razzia: Verdächtiger Rechtsterrorist äußert sich erstmals

Hamburg (ots) – Wladislav S., der von der Bundesanwaltschaft mit anderen der Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung verdächtigt wird, äußert sich im NDR-Magazin „Panorama 3“ erstmals zu den Vorwürfen.

Er rechne sich selbst dem nationalsozialistischen Spektrum zu. „Das ist ein anderes Spektrum als Skinheads oder Rechtsextreme, es verfolgt schon die weltanschauliche Ideologie von damals. (..) Wir wollen für unser Volk das Beste, das heißt aber nicht, dass wir andere Völker diskriminieren.“

Der Generalbundesanwalt führt seit Januar dieses Jahres ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Die Organisation „Nordadler“ sei gegründet worden, um den Nationalsozialismus zum Wiedererstarken zu verhelfen. Nach den Ermittlungen betreiben Mitglieder von „Nordadler“ beim Messenger-Dienst Telegram eine Chatgruppe mit dem Namen „Führung“.

Der Generalbundesanwalt wirft den Beschuldigten vor, Anschläge auf politische Gegner geplant zu haben. Zu diesem Zweck habe man die Beschaffung von Waffen und Grundbestandteilen zur Herstellung von Sprengstoff erörtert.

Nach den Ermittlungen erstellen und beschaffen die Beschuldigten Listen möglicher Anschlagsopfer wie Juden und Angehörige der Antifa. Wladislav S. habe Dateien mit dem Titel „Antifa Göttingen“ oder „Antifa Northeim“ geführt.

Laut Wladislav S. seien bei einem anderen Beschuldigten Listen mit Namen von Politikern sichergestellt worden. Diese sollten im Falle eines Staatszusammenbruchs „zur Rechenschaft“ gezogen werden. Anschläge seien aber nicht geplant, so Wladislav S. aus Katlenburg-Lindau in Süd-Niedersachsen.

Ziel der Durchsuchung heute war es, Waffen und Sprengstoff sicherzustellen sowie Pläne zur Durchführung eines Anschlags oder Angriffs.

Für die Absicht zur Begehung von Tötungsdelikten spreche die Befassung der Gruppe mit Waffen sowie Spreng- und Brandvorrichtungen. Wladislav S. habe bereits an Sprengversuchen teilgenommen.

Die Ermittler haben offenbar unter anderem Gespräche der Beschuldigten abgehört. Daraus geht offenbar auch hervor, dass ein Schießtrainer gefunden werden sollte. Zudem sollen die Beschuldigten beabsichtigt haben, eine Immobilie im Raum Nordhausen zu kaufen. Den geplanten Kauf der Immobilie bewerten die Ermittler als Beweis für die „Ernst- und Dauerhaftigkeit der Planungen“, weil die Beschuldigten dort hinziehen wollten.

Zu den Berichten, wonach er Kontakt zu dem IS-Sympathisanten Sascha L. gehabt haben soll, sagt Wladislav S. in Panorama 3: „Ich kannte ihn aus nationalsozialistischen Kreisen“. Sascha L. soll tatsächlich vor seinem Übertritt zum Islam in der Neonazi-Szene aktiv gewesen sein.

Die Vorwürfe gegen ihn in diesem Zusammenhang seien „lächerlich“, so Wladislav S.: Weil im Zusammenhang mit L. sein Computer beschlagnahmt wurde, seien die Ermittler auf seine Gruppe aufmerksam geworden.

Panorama 3 am 17.4.2018 (NDR-Fernsehen, 21:15 Uhr)

Quellenangaben

Textquelle:NDR Norddeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/6561/3919276
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